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Nürnberger Sommertage – Schausteller im Wandel der Zeiten

02.09.2020

Wie sieht Schaustellerwerbung aus?

Melanie Kreis‘ hat einen Crêpes-Stand mit Eiffelturm, der sie einst 200.000 Mark kostete. Dafür ist der Stand weithin sichtbar und besonders schön. Aber nicht nur mit den eigenen hochwertig gestalteten Geschäften werden Kunden angelockt, auch Plakatwerbung war schon immer von großer Bedeutung. Für die Nürnberger Sommertage wurde eigens ein grafisches Design entwickelt. Aber auch schon Anfang des 17. Jahrhunderts informierten Plakate, damals Holzschnitte, über den Auftritt von Schaustellern, die ihre Gäste mit exotischen Tieren, Stadtpanoramen (frühe Vorläufer der Kinos) oder Kuriositäten überraschten. Damit erfüllten die Schausteller auch schon damals quasi einen Bildungsauftrag. Wo sonst konnten die Menschen Elefanten oder Löwen bewundern?

Heute erfüllen die Schausteller diesen Bildungsauftrag z.B. durch solche Museums-Führungen, oder durch Angebote für Schulklassen, Naturwissenschaften praktisch am eigenen Leib zu erfahren. Dazu gibt es sogar ein Arbeitsheft zur Vorbereitung im Unterricht, und natürlich auch die entsprechenden Freifahrten dazu, um Fliehkraft, Beschleunigung, Riechen und Schmecken zu erkunden.

Bei dieser Führung begleitete Dr. Christine Sauer von der Nürnberger Stadtbibliothek die Gäste. Die Führung begann am Hauptmarkt – dort kam neben Frau Kreis auch noch der Schausteller Johannes Braun mit seiner Familiengeschichte inklusive Hochseilartisten und Löwenshow zu Wort – und endete im 2. Stock der Bibliothek am Gewerbemuseumsplatz.

In den Archiven der Bibliothek lagern wahre Schätze, darunter Sammlungen historischer Werbeplakate. Man sieht, dass Schausteller schon im 16. und 17. Jahrhundert nicht Kosten und Mühen scheuten, mit damals aufwändiger Druckkunst für ihre Veranstaltungen zu werben.

„Schausteller in historischen Plakaten aus der Zeit um ca. 1630 bis 1830“ lautete sogar das Thema einer Ausstellung in der Stadtbibliothek 2019. Diese Plakate hat Dr. Sauer noch einmal hervorgeholt um sie zu zeigen: Wanderschausteller machten auf ihren Touren durch ganz Europa auch in Nürnberg Station: Sie zeigten akrobatische Stücke, exotische Tiere, elektrische Experimente, mechanische Figuren, Panoramabilder als Vorformen des Kinos und vieles mehr. Auffällig ist das Plakat mit dem Stachelschwein, aber auch wilde exotische Raubtiere oder Kuriositäten wurden groß beworben.

Foto: © Berny Meyer

Mein Nürnberg – mein Erlebnis!

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Bald ist es soweit..

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